Auswahl
KI-Dokumentation auswählen
Welche KI-Dokumentation zu Ihrer Praxis passt, hängt weniger vom Namen des Produkts ab als von seiner Bauart. Diese Checkliste zeigt, welche Fragen Sie vor der Entscheidung klären sollten.
Die beste KI für die Dokumentation gibt es nicht pauschal. Ein KI-Dokumentationsassistent für die Arztpraxis muss zu Ihrem Fachgebiet, Ihrem Datenschutzkonzept, Ihren Rechnern und Ihrer Praxissoftware passen. Wer Anbieter vergleicht, sollte deshalb nach der Bauart fragen und nicht nach Werbeaussagen.
Die folgenden Punkte gelten für jede Lösung. Nehmen Sie die Antworten schriftlich auf, dann lassen sich mehrere Angebote nebeneinanderlegen.
Datenweg und Tonaufnahme
Wo wird verarbeitet?
Fragen Sie, wo Spracherkennung und Sprachmodell laufen: auf dem Praxisrechner, auf Servern des Anbieters oder bei einem weiteren Dienstleister. Ein Firmensitz in Deutschland sagt darüber nichts aus. Lassen Sie sich die Länder nennen, in denen Ton, Transkript und Notiz verarbeitet werden. Was lokale Verarbeitung bedeutet, steht unter Lokale KI für die Arztpraxis.
Wird der Ton gespeichert?
Manche Lösungen speichern die Aufnahme, etwa zum Nachhören oder zur Qualitätskontrolle. Jede gespeicherte Aufnahme ist eine weitere Datei mit Gesundheitsdaten. Fragen Sie, ob und wie lange Ton, Transkript und Notiz gespeichert werden, wer darauf zugreifen kann und ob die Daten zum Training von Modellen genutzt werden.
Fachgebiet und Umgang mit Unsicherheit
Kennt die Software Ihre Fachbegriffe?
Allgemeine Spracherkennung scheitert oft an Medikamentennamen, Abkürzungen und Zahnangaben. Prüfen Sie, ob die Lösung für Ihr Fachgebiet eingerichtet ist und ob es Vorlagen in der Gliederung gibt, die Sie in der Akte verwenden. Fragen Sie auch, ob sich eigene Vorlagen und Textbausteine anlegen lassen.
Was passiert mit unklaren Stellen?
Ein Sprachmodell kann Lücken mit plausibel klingenden Angaben füllen. Für die Akte ist das gefährlich. Fragen Sie, ob die Notiz nur enthält, was im Gespräch gesagt wurde, und ob unsichere Stellen sichtbar markiert werden. Testen Sie das gezielt mit einem Gespräch, in dem eine Angabe offen bleibt.
Der Weg in die Praxissoftware
Die Notiz muss am Ende in Ihrer Praxissoftware stehen. Es gibt zwei Wege. Beim Kopieren und Einfügen funktioniert die Lösung mit jeder Praxissoftware, Sie fügen den Text selbst an der richtigen Stelle ein. Eine direkte Schnittstelle schreibt in die Akte, funktioniert aber nur mit bestimmten Programmen und muss bei Updates mitgepflegt werden.
Fragen Sie, welcher Weg angeboten wird und was er für Ihre Praxissoftware konkret bedeutet. Klären Sie auch, ob Zusatzkosten beim Hersteller der Praxissoftware anfallen.
Kosten: welche Modelle es gibt
Bei den Kosten einer KI-Dokumentation für Ärzte begegnen Ihnen vor allem zwei Modelle. Beim Preis pro Nutzer und Monat zahlen Sie für jede Ärztin und jeden Arzt einen festen Betrag, unabhängig von der Zahl der Gespräche. Beim Preis pro Minute hängt die Rechnung davon ab, wie viel aufgenommen wird.
Rechnen Sie beide Modelle mit Ihren eigenen Zahlen durch: Behandler, Gespräche pro Tag, typische Gesprächsdauer. Fragen Sie nach Mindestlaufzeiten, Kündigungsfristen und Kosten für Einrichtung oder Schulung. Bei lokaler Verarbeitung gehört auch die Frage dazu, ob Ihre vorhandenen Rechner ausreichen.
Verträge: Auftragsverarbeitung, Schweigepflicht, Unterauftragnehmer
Verarbeitet der Anbieter Gesprächsdaten in Ihrem Auftrag, brauchen Sie einen Vertrag zur Auftragsverarbeitung nach Art. 28 DSGVO. Darin muss stehen, welche Unterauftragnehmer beteiligt sind und dass neue nur mit Ihrer Genehmigung hinzukommen.
Hinzu kommt die Schweigepflicht. Nach § 203 Abs. 4 Satz 2 Nr. 1 StGB macht sich strafbar, wer nicht dafür sorgt, dass eine mitwirkende Person zur Geheimhaltung verpflichtet wurde, wenn diese ein Geheimnis unbefugt offenbart. Lassen Sie sich die Verpflichtung vorlegen, bevor Sie echte Gespräche aufnehmen. Weitere Fragen an einen Anbieter stehen im Artikel KI in der Arztpraxis und Datenschutz.
Testphase und Team
Mit echten Abläufen testen
Ein vorgelesener Mustertext zeigt wenig. Testen Sie mit den Gesprächen, die in Ihrer Praxis täglich vorkommen, in den Räumen, in denen später gearbeitet wird, und auf den Rechnern, die dort stehen. Vergleichen Sie die Notizen mit dem, was Sie selbst dokumentiert hätten.
Das Team einbinden
Die Assistenz bedient die Software oft mit, und Patientinnen und Patienten stellen ihr Fragen dazu. Beziehen Sie das Team in den Test ein und fragen Sie nach seinen Erfahrungen. Wie Sie den Start organisieren, beschreibt der Artikel KI-Dokumentation in der Praxis einführen.
Für wen Chetti passt und für wen nicht
Chetti passt, wenn die Gesprächsdaten in der Praxis bleiben sollen. Für Konten laufen Spracherkennung und Sprachmodell im Chetti-Helfer auf dem Praxisrechner, Tonaufnahmen werden nicht gespeichert. Das Hauptgebiet ist die Zahnmedizin mit FDI-Zahnschema und Begriffen aus BEMA und GOZ, mehr dazu unter KI-Dokumentation für die Zahnarztpraxis. Für Innere Medizin, Anästhesiologie, Onkologie und Augenheilkunde gibt es eigene Vorlagen.
Chetti passt weniger, wenn Sie eine direkte Schnittstelle in die Praxissoftware erwarten. Die Notiz übernehmen Sie mit einem Klick durch Kopieren. Eine automatische Abrechnung bietet Chetti nicht. Auch wer nur sehr alte Rechner mit weniger als 8 GB Arbeitsspeicher oder weniger als 4 Prozessorkernen hat, kann den lokalen Weg nicht nutzen.
Diese Seite gibt einen allgemeinen Überblick und ersetzt keine Rechtsberatung. Verbindlich sind die DSGVO, § 203 StGB und die Bewertung Ihres Datenschutzbeauftragten im Einzelfall.
Häufige Fragen
Welche KI für die Dokumentation ist die beste?
Das hängt von Ihrer Praxis ab. Entscheidend sind der Datenweg, die Fachbegriffe Ihres Gebiets, der Umgang mit unsicheren Stellen und der Weg in Ihre Praxissoftware. Ein Test mit echten Gesprächen zeigt mehr als jede Produktbeschreibung.
Was kostet eine KI-Dokumentation in der Arztpraxis?
Üblich sind Preise pro Nutzer und Monat oder pro Minute Aufnahme. Rechnen Sie beide mit Ihren eigenen Gesprächszahlen durch. Bei Chetti gibt es ein kostenloses Konto zum Testen unter chettiai.de/app, Preise für den Praxiseinsatz nennen wir auf Anfrage über die Kontaktseite.
Brauche ich eine Schnittstelle zur Praxissoftware?
Nicht unbedingt. Kopieren und Einfügen funktioniert mit jeder Praxissoftware. Eine Schnittstelle spart einen Handgriff, ist aber an bestimmte Programme gebunden.
Welche Unterlagen sollte ein Anbieter bereitstellen?
Einen Vertrag zur Auftragsverarbeitung, sofern er Gesprächsdaten verarbeitet, eine Verpflichtung nach § 203 StGB, die Liste der Unterauftragnehmer und Angaben für die Datenschutz-Folgenabschätzung. Die Unterlagen zu Chetti finden Sie unter Compliance.
Chetti in Ihrer Praxis ausprobieren
Mit einem kostenlosen Konto nutzen Sie Chetti direkt im Browser. Die Gespräche verarbeitet der Chetti-Helfer auf dem Rechner Ihrer Praxis.
Weiterlesen
- KI-Dokumentation für die Arztpraxis
- Spracherkennung in der Arztpraxis
- Was ist ein Ambient Scribe? KI-Dokumentation im Gespräch erklärt
- KI-gestützte Anamnese: Das Anamnesegespräch dokumentieren lassen
- KI-Dokumentation in der Praxis einführen: Schritt für Schritt
- KI-Arztbrief
- KI-Dokumentation für die Zahnarztpraxis
- Lokale KI für die Arztpraxis