# Lokale KI für die Arztpraxis

Bei lokaler KI laufen Spracherkennung und Sprachmodell auf dem Rechner der Praxis statt auf den Servern eines Anbieters. Gesprächsinhalte verlassen die Praxis dann nicht.

## Was „lokal“ bei KI bedeutet

Eine KI-Dokumentation besteht aus zwei Teilen. Die Spracherkennung macht aus dem Gespräch einen Text, das Sprachmodell macht aus diesem Text eine gegliederte Notiz. Bei einer Cloud-Lösung laufen beide Teile auf Servern des Anbieters oder seiner Unterauftragnehmer. Der Praxisrechner nimmt nur den Ton auf und zeigt das Ergebnis an.

Bei lokaler KI laufen beide Teile auf dem Rechner in der Praxis. Ton, Transkript und Notiz entstehen dort und bleiben dort. Das ist gemeint, wenn von „KI ohne Cloud“ oder „KI lokal auf dem PC“ die Rede ist.

Lokal heißt nicht, dass die Software nie eine Internetverbindung braucht. Anmeldung, Kontoverwaltung oder Updates laufen oft online. Entscheidend ist, welche Daten dabei übertragen werden. Lassen Sie sich vom Anbieter genau sagen, was über die Leitung geht und was nicht.

## Cloud oder lokal: der Weg der Daten

Bei einer Cloud-Lösung geht die Aufnahme an einen Server, der sie in Text umwandelt. Der Text geht an ein Sprachmodell, das häufig bei einem weiteren Anbieter läuft. Die fertige Notiz kommt zurück in die Praxis. An jeder dieser Stationen liegen Gesundheitsdaten zumindest kurz bei einem Dritten. Wie lange sie dort bleiben, regeln Vertrag und Technik des Anbieters.

Bei lokaler Verarbeitung endet der Weg am Praxisrechner. Kein Dienstleister erhält die Gesprächsinhalte. Es bleibt der Schutz des Rechners selbst: Zugriffsschutz, Bildschirmsperre, Updates und eine Datensicherung, so wie bei der Praxissoftware auch.

Für die lokale Spracherkennung gilt dasselbe. Wird der Ton nur im Arbeitsspeicher verarbeitet und nicht gespeichert, entsteht keine zusätzliche Audiodatei, die geschützt und gelöscht werden muss. Mehr zur Erkennung von Gesprächen lesen Sie unter [Spracherkennung in der Arztpraxis](/de/spracherkennung-arztpraxis).

## Auftragsverarbeitung und Schweigepflicht

Verarbeitet ein Dienstleister Gesprächsdaten im Auftrag der Praxis, ist ein Vertrag nach [Art. 28 DSGVO](https://dsgvo-gesetz.de/art-28-dsgvo/) nötig. Darin muss unter anderem stehen, dass der Dienstleister nur auf Weisung der Praxis handelt und weitere Auftragsverarbeiter nur mit ihrer Genehmigung einsetzt. Hinzu kommt die Verpflichtung zur Geheimhaltung nach § 203 StGB. Die Einzelheiten stehen im Artikel [KI in der Arztpraxis und Datenschutz](/de/blog/ki-arztpraxis-datenschutz).

Bei lokaler Verarbeitung erhält der Anbieter die Gesprächsdaten nicht. Damit entfällt für diese Daten die Übermittlung an einen Dienstleister. Für Kontodaten wie Name und E-Mail-Adresse kann trotzdem ein Vertrag nötig sein. Das klären Sie mit Ihrem Datenschutzbeauftragten.

Wer KI DSGVO-konform in der Arztpraxis einsetzen will, hat es mit lokaler Verarbeitung einfacher, aber nicht alles erledigt. Die Information der Patientinnen und Patienten bleibt Pflicht, ebenso unter Umständen eine Datenschutz-Folgenabschätzung. Wie Sie das praktisch angehen, beschreibt der Artikel [KI-Dokumentation in der Praxis einführen](/de/blog/ki-dokumentation-einfuehren).

## Wofür lokale KI das Internet braucht

Eine Cloud-Lösung kann ohne Internet keine Notiz erstellen. Ist die Leitung langsam oder fällt sie aus, stockt die Dokumentation. Bei lokaler KI braucht die Verarbeitung selbst keinen Server des Anbieters.

Offline-Spracherkennung im strengen Sinn, also ganz ohne Netz, bietet trotzdem nicht jede lokale Lösung. Viele brauchen eine Verbindung für die Anmeldung, für Lizenzprüfungen oder für Updates. Fragen Sie, welche Funktionen ohne Internet weiterlaufen und welche nicht.

## Welche Hardware lokale KI braucht

Spracherkennung und Sprachmodell brauchen Arbeitsspeicher und Rechenleistung. Mehr Arbeitsspeicher erlaubt ein größeres Sprachmodell. Ältere Rechner mit wenig Speicher kommen an ihre Grenzen.

Prüfen Sie die Mindestanforderungen an dem Rechner, auf dem später tatsächlich gearbeitet wird. Das ist oft der Rechner im Behandlungszimmer und nicht der neueste im Büro.

## Grenzen lokaler Modelle

Auf einem Praxisrechner laufen kleinere Sprachmodelle als in den Rechenzentren großer Cloud-Anbieter. Für eine Notiz aus einem Behandlungsgespräch reicht das, wenn das Modell auf diese Aufgabe zugeschnitten ist. Die Notiz bleibt aber ein Entwurf, den Sie vor der Übernahme in die Akte prüfen.

Das Tempo hängt vom Rechner ab. Auf einem schwachen Rechner dauert die Notiz länger als auf einem starken. Eine lokale Lösung sollte offen melden, wenn ein Rechner nicht ausreicht, statt die Daten still an einen Server zu schicken. Sonst ist die Zusage „lokal“ nichts wert.

## So arbeitet Chetti lokal

### Was auf dem Praxisrechner läuft

Für Konten verarbeitet der Chetti-Helfer Spracherkennung und Sprachmodell auf dem Praxisrechner. Gespräche, Transkripte, Notizen und Briefe verlassen den Rechner nicht und erreichen uns nicht. Tonaufnahmen werden nur im Arbeitsspeicher verarbeitet und nicht gespeichert. Auf unseren Servern in Frankfurt liegen nur die Kontodaten.

### Was eine Internetverbindung braucht

Sie bedienen Chetti im Browser und melden sich dort an. Dafür braucht der Rechner eine Internetverbindung. Die Verarbeitung der Gespräche übernimmt der Helfer auf dem Rechner.

### Hardware und Einrichtung

Chetti läuft auf einem Windows-PC oder einem Mac mit Apple-Chip mit mindestens 8 GB Arbeitsspeicher und 4 Prozessorkernen. Ab 16 GB Arbeitsspeicher nutzt Chetti ein größeres Sprachmodell. Den Helfer installieren Sie einmal, danach arbeiten Sie im Browser. Ein kostenloses Konto zum Testen gibt es unter [chettiai.de/app](/app).

### Grenzen

Chetti hat keine Cloud als Ausweichweg. Ist der Rechner zu schwach, meldet Chetti das. Stichpunkte, die das Transkript nicht sicher belegt, erscheinen als „Hinweis zur Prüfung“. Unterlagen für Ihren Datenschutzbeauftragten finden Sie unter [Compliance](/compliance). Worauf Sie beim Vergleich verschiedener Lösungen achten sollten, steht unter [KI-Dokumentation auswählen](/de/ki-dokumentation-auswahl).

Diese Seite gibt einen allgemeinen Überblick und ersetzt keine Rechtsberatung. Verbindlich sind die DSGVO, § 203 StGB und die Bewertung Ihres Datenschutzbeauftragten im Einzelfall.

## Häufige Fragen

### Funktioniert Chetti ohne Internet?

Für die Anmeldung im Browser braucht der Rechner eine Internetverbindung. Spracherkennung und Notiz verarbeitet der Chetti-Helfer auf dem Praxisrechner, die Gesprächsinhalte gehen nicht über das Internet an uns.

### Reicht ein normaler Praxisrechner?

Nötig sind ein Windows-PC oder ein Mac mit Apple-Chip, mindestens 8 GB Arbeitsspeicher und 4 Prozessorkerne. Ab 16 GB Arbeitsspeicher kommt ein größeres Sprachmodell zum Einsatz.

### Was passiert, wenn der Rechner zu schwach ist?

Chetti meldet das. Die Daten werden in diesem Fall nicht an einen Server geschickt, eine Cloud als Ausweichweg gibt es nicht.

### Ist lokale KI automatisch DSGVO-konform?

Nein. Lokale Verarbeitung vermeidet die Übermittlung der Gesprächsdaten an einen Dienstleister. Die Information der Patientinnen und Patienten, der Schutz des Rechners und die Abstimmung mit dem Datenschutzbeauftragten bleiben Aufgabe der Praxis.

### Welche Daten liegen bei Chetti in Frankfurt?

Nur die Kontodaten. Gespräche, Transkripte, Notizen und Briefe bleiben auf dem Praxisrechner.
